Am EGF gab es am 07.07. eine ganz besondere Premiere: In der vollbesetzten Aula bot die Mini-Musical-Gruppe unter der Leitung von StRefin Viktoria Hahn ihr Musical "Mensch, ich spinn" dar. Die jungen Sänger und Darsteller wurden mit viel Applaus für zahlreiche Proben belohnt. Im Anschluss zeigten Gäste der Sosolya Undugu Dance Academy mit Schülern der Zukunftswerkstatt unter dem Motto "What is a good life?" lebendig und mitreißend ihr Können - gemeinsam für einen rundum gelungenen Benefizabend. Dieses Projekt war Teil eines Bildungsaustausches, der erstmals stattgefunden hat und Jugendliche aus Forchheim mit Jugendlichen aus Kampala in Uganda in Kontakt gebracht hat. Dadurch zeigte sich auch, dass das EGF durch das 17-Ziele-Praktikum, das den Besuch mitvorbereitet hat, und durch den Beitrag zu den Afrika-Tagen der Stadt Forchheim weit über die Schule hinaus vernetzt ist und mit internationalen Partnern auf der Suche nach einem guten Leben in einer gemeinsamen Welt ist.
Mini-Musical am EGF
Anfang des Schuljahres kam die Idee auf, ein neues Ensemble am EGF zu gründen, das die jungen Schülerinnen und Schüler des EGF für das Musizieren begeistern kann. Da sich die Schule mit ihrer naturwissenschaftlichen Ausrichtung auch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt, war ziemlich schnell klar: Es soll ein Umwelt-Minimusical geben! ,,Mensch, ich spinn!“ ein Musical von Uli Führe passte thematisch perfekt…
Zu Beginn des Schuljahres ging es darum, Schauspielerinnen, Musiker und Sängerinnen zu finden. Am Anfang tröpfelten erst vereinzelt zwei, drei Schülerinnen ein. Dann haben sie ihre Freundinnen mitgenommen. Am Ende stand eine feste Truppe von acht Schauspielerinnen aus den 5. und 6. Jahrgangsstufen und einer Violinistin aus der 11. Jahrgangsstufe.
Da das Minimusical als Projekt ins Leben gerufen worden ist, haben die Schülerinnen fleißig an der Organisation mitgearbeitet:
Wer spricht welche Rollen? Wer lernt eine zweite Rolle? Wer lernt alle Rollen und springt bei Bedarf ein? Wie machen wir das, wenn jemand seinen Text vergisst? Wer gestaltet die Plakate? Welche Requisiten benötigen wir? Wer bittet die anderen Lehrer um Equipment? Wer bittet die anderen Lehrer um Unterstützung bei den Gemälden? Wer organisiert die Plakate?
Bei den Proben war klar, dass wir eine sehr lebendige Truppe waren, die viel Lust hatte, etwas zu bewegen. Nach den organisatorischen Phasen gab es immer eine Aufwärmphase und ein Einsingen, das durch die lustigen Übungen immer sehr viel Spaß gemacht hat. Danach ging es ans Eingemachte: Texte wurden überdeutlich gesprochen, überdeutlich gesungen, auswendig gelernt. Melodien wurden Ton für Ton erarbeitet. Die musikalische Gestaltung von fortissimo bis pianissimo, legato und staccato, Phrasierung und Atempausen wurden so erarbeitet, dass die Botschaft - ,,Schützt unsere wertvolle Umwelt!“ - möglichst eindringlich beim Publikum ankommt. Um dies zu unterstützen, wurde auch an der Emotionalität gearbeitet: Welche Mimik, Gestik und Körperhaltung benötigen wir für unsere Botschaft?
Im Laufe der Erarbeitung ist unseren jungen Projektmitarbeiterinnen klar geworden: Wir möchten den Sprechtext und Singtext an einigen Stellen ändern: Wir brauchen extra Text für Schauspieler, die gar nicht im Original existieren (z.B. Zwillingsschwestern) und der Text soll keine Personen und Kulturen diskriminieren. Deswegen wurde auf die Nennung von Ländern als Klimasünder verzichtet, da sich die gesamte Menschheit um ihre Umwelt kümmern sollte. Außerdem wurden zwei Songs hinzugefügt, die bisher gar nicht Teil des Minimusicals gewesen sind: ,,Don’t worry, be happy“ von Bobby McFerrin und ,,Auge der Natur“. Letzteres wurde eigentlich von der Band Survival komponiert und als ,,Eye of the tiger“ aufgeführt. Der Song wurde kurzerhand von einer unserer Schauspielerinnen umgetextet, um ein schönes umweltbezogenes Abschlusslied zu ermöglichen.
Am 07.07.2026 war es dann so weit: Am Vormittag haben wir die Bühne mit unseren Requisiten (Gemälde aus der Kunstabteilung; Papp-Auto; Fahrradreifen; Müll aus Plastiktüten, Dosen, Plastikflaschen, Joghurtbecher, …) aufgebaut. Doch 4 Stunden vor der Aufführung kam dann der Schock: Eine unbekannte, aber wohl sehr umweltbewusste Person hat den Plastikmüll entsorgt... Und so sind hilfsbereite 12. Klässler schnell zum Supermarkt gefahren, haben fleißig Joghurt gegessen und Dosen-Getränke getrunken, um bei der Müllgewinnung auszuhelfen. Am Ende brachten einige Kollegen und Schüler noch Müll von daheim oder aus umliegenden Tonnen mit in die Schule, sodass das Bühnenbild wieder „heile“ war.
Die Umweltverschmutzung wirkte am Ende sehr authentisch und die Schülerinnen präsentierten eindrucksvoll, wie wichtig ihnen die Umwelt und das Thema Nachhaltigkeit sind! Begleitet wurden wir von der Sosolya Dance Academy aus Kampala/Uganda und Schülerinnen und Schülern des EGF, die alle Songs mit ihren ansprechenden Trommelrhythmen einstudiert hatten.
Am Ende wurde das begeisterte Publikum mit einer Zugabe von ,,Auge der Natur“ belohnt!
Viktoria Hahn
Sosolya Undugu Dance Academy am EGF
7 Jugendliche aus Kampala/Uganda verbrachten zu einem interkulturellen Austausch 3 Tage mit einer jahrgangsgemischten Gruppe des EGF. Im Rahmen des 17-Ziele-Praktikums hatten die deutschen Schülerinnen und Schüler im Vorfeld einen Spendenlauf und einen Pausenverkauf organisiert, um den in Deutschland ansässigen Verein der Sosolyas zu unterstützen. So war es möglich, den jährlichen Besuch der Jugendgruppe aus Uganda bei den Afrikakulturtagen um 3 Tage zu verlängern und von ihrem reichhaltigen künstlerischen Programm zu profitieren.
Unter dem Motto „What is a good life“ kamen die jungen Menschen aus zwei Kontinenten miteinander ins Gespräch. Was bedeutet es in der heutigen Zeit jung zu sein? Welche Herausforderungen warten auf junge Menschen? Wie zentral ist ein gemeinsames Verständnis von globalen Zusammenhängen?
Sharen Maglaque und Ronald Ssemaganda sind schon lange bei den Sosolyas, ein Streetworkingprojekt, das im Hinterhof eines Programmkinos in Kampala ganz klein begonnen hat, mit 12 hilfebedürftigen Kindern, die nicht wirklich in elterlicher Obhut waren. Mark Mugwanya, der damalige Kinobetreiber nahm sich dieser Kinder an, und nach und nach verwandelte sich das Areal des Kinos in eine Art Internat für schutzsuchende Großstadtkinder. Sie bekamen dort eine warme Mahlzeit am Tag und Kleidung, die ihnen einen Schulbesuch ermöglichte. Um die Kinder nachmittags gut beschäftigt zu wissen, gründete Brother Mark, wie ihn alle liebevoll nennen, die Dance Academy. Heute erhalten über 500 Kinder unterschiedlichen Alters durch das Projekt eine Schulbildung und Zusammenhalt beim gemeinsamen Tanzen und Musizieren. „Wir sind begeisterte Sosolyas, und obwohl wir schon zu alt sind im Center zu wohnen, fühlen wir uns ihm verbunden und unterrichten die jungen Kinder, wann immer wir können“, erzählen Sharen und Ronald.
Dabei geht es den Sosolyas um noch viel mehr. Um Zusammenhalt und Persönlichkeitsbildung, aber ebenso um den kritischen Blick auf unsere heutige Zeit. Deshalb hat die Gruppe weit mehr als traditionelle Tänze im Repertoire. Die Jugendlichen produzieren längst ihre eigene Musik, entwickeln pantomimische Tanzchoreografien, die sich mit gesellschaftlichen Missständen, mit Klimawandel und Klimaungerechtigkeit, mit Menschenhandel und Migration auseinandersetzen.
Und genau mit diesen Themen begeistern sie seit einigen Jahren im Sommer Schulen in ganz Deutschland. Sie halten Workshops mit Jugendlichen ab, die dann auch zu gemeinsamen Auftritten führen. Leider hat bei diesem Besuch am EGF die Zeit für eine Coproduktion nicht gereicht. Die gewonnen Eindrücke auf beiden Seiten haben dennoch das Potenzial bleibend zu sein.
Wir, das Uganda Orga-Team, bestehend aus der Zukunftswerkstatt und Schülerinnen und Schülern der 9.Jahrgangsstufe, haben uns riesig gefreut, als die Minimusical-Gruppe auf uns zukam, weil sie noch nach Partnern für ihre Aufführung „Mensch, ich spinn!“ suchte, denn so konnte trotzdem noch etwas gemeinsam auf die Bühne gebracht werden.
„Der Besuch der Sosolyas hat mir gezeigt, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen von Kindern auf der Welt sein können. Besonders beeindruckt hat mich, mit wie viel Freude und Hoffnung die Kinder trotz schwieriger Umstände ihren Alltag meistern. Die Begegnung hat mich zum Nachdenken gebracht und mir bewusst gemacht, wie wichtig es ist, anderen Menschen zu helfen.“ Levi Fischer, 9b
„Dank der Zukunftswerkstatt hatte ich neulich die Gelegenheit, an einem Kulturaustausch zwischen Schülerinnen und Schülern unserer Schule, dem EGF, und einer Jugendtanzgruppe der Sosolya Undugu Dance Academy (aus Kampala, Uganda) teilzunehmen. Durch diese bereichernde Begegnung verschiedener Kulturen wurde uns allen bewusst, dass wir trotz unserer Unterschiede alle Menschen sind, die das Leben genießen möchten. Alle, die mit dem Gedanken spielen, an einem ähnlichen Austausch teilzunehmen, kann ich nur wärmstens dazu raten, macht es einfach!“ Shreyas Darbhe Ganesha, 11b
Ein herzliches Dankeschön allen, die bei der Gestaltung dieses besonderen Abends mitgeholfen haben und bravo an das Uganda-Team des 17 Ziele-Praktikums. Insgesamt wurden für das Projekt für Kinder und Jugendliche in Kampala 1725 Euro gesammelt. 480,00€ davon kamen aus dem Erlös der Spenden des Konzertabends. Vielen Dank allen Spenderinnen und Spendern!
Andrea Hecking



































