Viele Gäste waren gekommen, als am 14. Juli 2026 um 17:00 die Arbeiten der jungen Autoren in der Aula des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim vorgestellt und mit Preisen gekrönt wurden. Es ist schon eine gute Tradition geworden in den letzten Jahren, dass Schülerinnen und Schüler im Landkreis Forchheim im Rahmen des Literaturwettbewerbs „Erzählkugel“ eigene Arbeiten einreichen können.
Zum Abschluss des diesjährigen Projekts begrüßte Oberstudiendirektorin Susanne Schmidt als Gastgeberin die Anwesenden des Prämierungsabends und sprach den Wettbewerbsteilnehmern ihre Anerkennung dafür aus, dass sie in einer Zeit, in der Handy und Tablet omnipräsent seien, ihre Fantasie im Feld der Sprache sprechen und Figuren lebendig werden ließen. Die Schulleiterin dankte den Deutschlehrkräften und Schulleitern für die Begleitung der Teilnehmer durch den Wettbewerb und würdigte das Engagement von Dr. Volker Titel von der FAU Erlangen bei der Herausgabe der preisgekrönten Arbeiten in Buchform und die Bereitschaft der stellvertretenden Landrätin Rosi Kraus, die Preise zu übergeben und damit ein Zeichen der Wertschätzung zu setzen.
Die Politikerin dankte für die Gastfreundschaft am Ehrenbürg-Gymnasium für die vierte Preisverleihung in der Geschichte des Wettbewerbs und informierte, dass über 80 Einsendungen von Schulsiegern aus 14 Schulen des Landkreises eingegangen seien, wobei alle Schularten und vier Altersstufen vertreten seien.
Für das Bildungsbüro des Landkreises Forchheim gab Susann Kupke organisatorische Hinweise und informierte, dass der Erzählband im Anschluss an die Veranstaltung und auch an der Infotheke des Landratsamtes für 7 EUR zu erwerben sei.
Deutschlehrerin Anja Ache-Vogel von der Georg-Hartmann-Realschule lud ihre Schützlinge aus der 6. Klasse zur Vorstellung des Klassenprojekts ein, in dem die beteiligten Schüler über ihren Heimatort geschrieben hatten.
Im Anschluss übernahmen die Moderatoren des Abends, Oberstudiendirektor a.D. Karlheinz Schoofs und Barbara Hollfelder (HGF) die Würdigung der weiteren Präsentationen und überraschten mit einem humorvollen Gesprächsaustausch, in dem deutlich wurde, dass Menschen Geschichten nicht nur erzählen, um Identität und Gemeinschaft zu stiften, sondern auch einfach, weil es Spaß macht. Bereits in uralter Zeit hätten ja schon Menschen - damals mit Höhlenzeichnungen – Geschichten erzählen wollen.
Von den Grundschulkindern wurden Karla Heidebrecht, Isabelle Herteux, Colleen Brendel, Jakob Gebhardt und Maria Reinfelder ausgezeichnet und erhielten das Buch und einen Gutschein. Mit großem Beifall wurde die Lesung des Beitrags „Das Fest auf dem Walberla“ bedacht. Man sehe, so Barbara Hollfelder, an den Beiträgen der Jüngsten, wie Kinder unsere Welt betrachten.
Aus der Gruppe der 5.- bis 7.Klässler lasen Silas Puff von der Pestalozzischule („Der Parfümstein“) und Moritz Kaufmann vom Herder-Gymnasium („Der glühende Hirsch“). Prämiert wurden aber auch Ben Köhler vom Herder-Gymnasium, Feenja Kellermann und Leonora Schwitalla vom Ehrenbürg-Gymnasium.
Karlheinz Schoofs vermerkte, dass in den Beiträgen der 8. bis 10. Klassen mehr Nachdenkliches zu spüren sei. Auch kleine Dinge erhielten eine Bedeutung. In diesem Zusammenhang las Anastasia Zaruba ihren Text „Die Kerze“, eine einfühlsame, sachte, ja, fast möchte man sagen, meditative Versenkung in die Betrachtung des kleinen Lichts. Die Autorin erhielt großen Beifall für die literarisch hochstehende Arbeit:
Ich blieb sitzen uns sah zu, Stück für Stück, wie die Kerze zerfiel. Die Flamme wurde kleiner, das Wachs lief weiter an den Seiten herunter, und alles wirkte immer stiller. Es fühlte sich an, als würde nicht nur die Kerze langsam verschwinden, sondern auch dieser kurze Moment von Ruhe. Ich wusste, dass ich gleich wieder aufstehen müsste, dass die Gedanken an Schule und Erwartungen zurückkommen würden.
Weitere Preisträger waren Leticia Kunzmann und Elias Neuner von der Ritter-Wirnt-Realschule Gräfenberg und Eliza und Alina Nguyen von der Ritter-von-Traitteur-Mittelschule Forchheim.
Den Abschluss des Abends bildete ein Gedicht der jungen Erwachsenen Josephine Fratscher vom Beruflichen Schulzentrum Forchheim, einer Autorin, die schon zum zweiten Mal beim Erzählkugelwettbewerb ausgezeichnet wurde:
Wenn morgens erstes Licht erwacht/und sanft die Dächer golden färbt,/wenn Tau in stillen Wiesen lacht/und Nebel durch die Felder zieht - /
dann zeigt die Welt ihr stilles Kleid/ aus Himmelblau und Blütenduft,/ aus weiter, atmender Unendlichkeit/und klarer, frischer Frühlingsluft.“
Ein Foto aller Preisträger beschloss die Veranstaltung.
Brigitte Lopian, Michaela Neubauer


















